Es gibt diese Abende, an denen ein Dorf plötzlich ein wenig heller wirkt als sonst – nicht wegen neuer Straßenlampen und schon gar nicht wegen eines Sonderangebots im Baumarkt. In Döbernitz waren es am Freitagabend die vielen Laternen, die Familien, Kinderwagen und den Weg zum Vereinsgelände begleiteten: Zum 21. Mal hatte der Heimatverein zum Lamping-Jungen- und Fackelumzug eingeladen.
Viele Familien unterwegs
Zahlreiche Familien machten sich gemeinsam auf den Weg. Kleine Lichter wippten durch die Straßen, Kinder saßen im Wagen oder liefen neben ihren Eltern her. Als die Dämmerung zunahm, zeigte sich wieder, weshalb eine Laterne mehr sein kann als Papier um ein Teelicht: Sie ist im besten Fall ein kleiner, tragbarer Beweis dafür, dass zu Hause jemand Zeit, Kleber und Geduld investiert hat.
Besonders die gebastelten Exemplare hatten ihren großen Auftritt. Eine leuchtende Laterne mit Fischmotiven brachte gleich eine ganze Unterwasserwelt in die herbstliche Dunkelheit; ein blauer Dinosaurier mit bunten Zacken bewies, dass die Urzeit in Döbernitz keineswegs ausgestorben ist. Solche Einzelstücke machen den Zug zu dem, was er sein soll: kein Umzug nach Normblatt, sondern ein gemeinsamer Abend mit eigener Handschrift.
Von Teig, Stöcken und vielen helfenden Händen
Der Abend begann nicht erst mit dem ersten Schritt des Umzugs. Die Beteiligten und Helferinnen und Helfer waren den ganzen Tag mit den Vorbereitungen beschäftigt. Stockbrotteig musste gemischt, Stöcke vorbereitet und auf dem Vereinsgelände alles für die Zusammenkunft hergerichtet werden. Ein Teil der Arbeit war bereits in den Tagen zuvor erledigt worden – denn ein gemütliches Feuer, Verpflegung und ein Ort für viele Gäste entstehen bekanntlich nicht durch bloßes Ansehen.
Nach dem Umzug füllte sich das Gelände des Heimatvereins. Am Feuerkorb wurde es warm, an den Ständen gab es Versorgung, und zwischen Gesprächen, Laternenlicht und dem Knistern des Feuers herrschte die ausgelassene Stimmung, die man einem solchen Abend nur schwer auf dem Reißbrett verordnen kann.
Die Feuerwehr lässt das Blaulicht kurz leuchten
Auch die Freiwillige Feuerwehr beteiligte sich am Fest und kam mit zwei Einsatzfahrzeugen vorbei. Für die Kinder durfte das Blaulicht kurz eingeschaltet werden – ein Moment, der mit den Laternen um die Wette leuchtete. Danach verabschiedeten sich die Einsatzkräfte wieder, während das Fest auf dem Vereinsgelände noch weiterlief.
Der 21. Lamping-Jungen- und Fackelumzug hat damit erneut gezeigt, wie aus Vorbereitung, Ehrenamt und vielen kleinen Lichtern ein Abend wird, an den man sich gern erinnert. Und der Dinosaurier? Der dürfte, vorsichtshalber, schon einmal einen Platz für das nächste Jahr reserviert haben.






