Seit mittlerweile 106 Jahren fliegen die gelben Filzkugeln, bekannt als Tennisbälle, über die Netze am Delitzscher Wallgraben im Delitzscher Tennisclub. Die Tennisplätze am Wallgraben prägen schon seit 1914, also über zwei Weltkriege und unterschiedliche gesellschaftliche Systeme hinweg, das Stadtbild. Für Generationen von Delitzschern, Besuchern und Touristen gehören sie auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause, beim täglichen Spaziergang, einem Stadtrundgang oder der Gassirunde mit dem Vierbeiner zum festen Anblick.

Gegründet wurde der Verein von Delitzscher Bürgern im Jahr 1921 und auch in seiner weiteren Entwicklung von vielen Menschen geprägt, die hier ihre Heimat fanden. Als einer der ältesten Delitzscher Vereine ist der Club mit seiner zentralen Lage ein Stück lebendige Stadtgeschichte. Schon zu Zeiten der Weimarer Republik ein sportlicher Anlaufpunkt, nahm ungewöhnlicherweise in der DDR der Tennissport in Delitzsch so richtig Fahrt auf. Das lag vor allem an vielen engagierten Frauen und Männern mit ihrer Einsatzbereitschaft sowie der Unterstützung des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) Delitzsch.
Es entstand das attraktive und idyllisch gelegene sportliche Umfeld im Schatten des Barockschlosses. Schon damals sorgte der eher kleine Club als Ausrichter landesweiter Turniere und Länderwettkämpfe für Furore im Land. Sportliche Erfolge wie einige DDR-Meisterschaften ließen nicht lange auf sich warten. Bereits zu jener Zeit war der Verein, entgegen der oft verbreiteten Ansicht, bemüht, ein Treffpunkt für jedermann zu sein. So wuchs die Anzahl der Mitglieder aus allen Gesellschaftsschichten stetig an. Die Förderung des Kinder- und Jugendsports ist seitdem eine feste Säule in den Planungen des Vorstands.

Aufgrund der sportlichen Organisationsstruktur firmierte der Club bis 1992 als Abteilung unter dem Namen BSG Lokomotive Delitzsch, später ESV Delitzsch. Wurde bis zur politischen Wende 1989 der Schläger meistens in der Familie an die nächste Generation weitergegeben, fanden seit der Neugründung als eigenständiger Verein im Jahr 1993 auch viele neue Mitglieder den Weg zum Tennissport.
Die Epoche des Delitzscher Tennisclubs 1921 e. V. (DTC) begann in der Aufbruchsstimmung der Nachwendejahre. Der nun wieder eigenständige Verein kaufte das Anlagengelände von der Stadt und mit dem Tennisboom der 90er Jahre kletterte auch die Mitgliederzahl auf mehr als 300. Seitdem durchlief der Verein Höhen und Tiefen. So waren nach der Jahrtausendwende zwischenzeitlich nur noch knapp 150 Tennisspieler:innen im Delitzscher Tennisclub organisiert.
Dabei zeichnete den Verein schon immer Konstanz im Vorstand aus. Die rührige Führung meisterte mit viel ehrenamtlichem Engagement bis in die heutige Zeit so manche Krise. Im Hier und Jetzt steht ein breit aufgestellter und finanziell solide geführter Club vor uns, bei dem Breitensport und Jugendförderung im Mittelpunkt stehen. Auch die Bindung der bestehenden Mitgliedschaft, hier besonders der jungen Erwachsenen, liegt dem DTC am Herzen.

Auf der gepflegten Anlage schwingen insgesamt 190 Mitglieder den Schläger. Die Mehrzahl bilden die knapp 100 Männer. Gut 30 Kinder und Jugendliche trainieren zweimal wöchentlich unter Anleitung der Vereinstrainer. Die beste Zeit, um mit dem Sport zu beginnen, ist im Alter ab sechs Jahren, sobald die ersten Fähigkeiten im Umgang mit kleineren Bällen erlernt werden.
Da der Verein nur über eine Freiluftanlage verfügt, spielt sich der größte Teil des Sportgeschehens im Sommer ab. Dieser ist jedoch durchaus etwas länger als der kalendarische. In der Regel beginnt die Spielzeit Mitte bis Ende April und endet meist mit der Zeitumstellung im Herbst Ende Oktober. In diesen Monaten wird das Vereinsleben vor allem von der Punktspielrunde des Sächsischen Tennisverbandes, dem Turnierkalender und dem Training der Mannschaften bestimmt.
Ein großer Anteil der Mitgliedschaft nimmt regelmäßig am Punktspielbetrieb teil und ist somit in den Mannschaften organisiert. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass der Tennissport im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten eine Aktivität für jedes Alter ist. Die Bandbreite der Delitzscher Tennisteams geht von den Jüngsten unter 12 Jahren bis zu den Ältesten, den Herren über 65 Jahre.
Mit dem sich ändernden Freizeitverhalten finden in den letzten Jahren immer mehr neue Mitglieder zum Verein, die einfach nur mit ihrem Partner, Freunden oder Kindern spielen wollen. Für sie sind an den Wochentagen und am Wochenende genügend freie Plätze vorhanden. Wer den Sport unter fachlicher Anleitung von der Pike auf erlernen möchte, kann am wöchentlich stattfindenden Einsteigerkurs teilnehmen. Für Kinder gibt es ebenfalls einen jährlichen Schnupperkurs.
Wer den Sport einfach so ausprobieren möchte, kann jederzeit in den Nachmittagsstunden auf der Anlage vorbeischauen und sich Schläger sowie Bälle ausleihen. Einzig Sportsachen und, wenn möglich, Schuhe mit flacher Sohle sind mitzubringen. Die Platzmiete für Nichtmitglieder beträgt 10 Euro pro Stunde.
Zu den jährlichen Turnierhighlights, an denen auch Nichtmitglieder teilnehmen können, gehören das Eltern-Kind-Turnier, das Sommerschleifchen- und das Saisonabschlussturnier. Gern wahrgenommen werden von den Mitgliedern das traditionelle Herrendoppelturnier und das Mixedevent des Vereins (gemischtes Doppel).
Der Club bietet auch ein gutes Netzwerk, aus dem sich Freundschaften oder z. B. berufliche Perspektiven über den Tennissport hinaus ergeben können. Diejenigen, die der Tennisball so richtig gefangen hat, können den Verein im ersten Jahr über eine kostengünstige Schnuppermitgliedschaft kennenlernen.
Kennenlernen ist auch das Motto der Vereinshomepage. Unter www.delitzscher-tc.de finden Sie wohl einen der umfangreichsten und aktuellsten Webauftritte in der sächsischen Vereinslandschaft. Hier kann man unter den verschiedenen Menüpunkten alles rund um den Delitzscher TC erfahren, im Blog das aktuelle Geschehen nachverfolgen oder als Gast Plätze online reservieren. Auf der Homepage finden sich des Weiteren auch die Kontaktdaten der wichtigsten Ansprechpartner.
Wer im persönlichen Gespräch mehr erfahren möchte, kommt einfach mal vorbei und fragt nach Alex.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.