Schockanrufe und Schutz des Eigentums: Polizeisprechstunde in Delitzsch

Ein Anruf, eine angebliche Notsituation in der Familie und die Forderung nach Bargeld oder Schmuck: Bei der Polizei-Sprechstunde am Mittwoch in der Delitzscher Stadtbibliothek ging es um Schockanrufe – und um weitere Fragen der Kriminalprävention rund um das eigene Zuhause und unterwegs. Die wichtigste Reaktion auf einen verdächtigen Anruf ist nach Polizeiangaben: Gespräch beenden, Ruhe bewahren und sich nicht unter Druck setzen lassen.

Von Taschendiebstahl bis Fahrradsicherung

Auf dem Flipchart der Sprechstunde standen neben dem Oberthema „Rund ums Eigentum“ weitere Beratungsfelder: Schutz vor Taschendieben, das richtige Sichern von Fahrrädern, sicheres Wohnen sowie Sicherheit rund ums Fahrzeug. Damit griff die Beratung nicht nur Telefonbetrug auf, sondern auch vorbeugenden Schutz im Alltag.

Mit Angst und Zeitdruck zum Geld

Bei Schockanrufen geben sich Kriminelle häufig als Angehörige, Polizeibeamte oder andere Amtspersonen aus. Sie erzählen etwa von einem schweren Unfall, einer angeblich notwendigen Operation oder einer drohenden Haft. Das Ziel ist stets dasselbe: Die Angerufenen sollen möglichst schnell Geld, Gold oder Schmuck übergeben.

Die Geschichten wechseln, das Muster bleibt: Die Täter erzeugen Angst und lassen möglichst wenig Zeit zum Nachdenken. Teilweise versuchen sie, Betroffene bis zu einer Übergabe in der Leitung zu halten. Gerade deshalb sollte niemand am Telefon persönliche oder finanzielle Informationen preisgeben.

Nicht diskutieren, sondern auflegen

Wer sich unsicher fühlt oder zu einer sofortigen Entscheidung gedrängt wird, sollte das Gespräch beenden. Das ist nicht unhöflich, sondern schafft Abstand zu der künstlich erzeugten Stresssituation. Angehörige lassen sich anschließend unter einer selbst bekannten Nummer zurückrufen; die Rückruftaste des Telefons ist dafür keine sichere Kontrolle.

Die Polizei rät außerdem: Niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben, eine Vertrauensperson hinzuziehen und bei einem verdächtigen Anruf den Notruf 110 wählen. Echte Polizeibeamte verlangen am Telefon weder eine Kaution noch Geld für eine Behandlung oder die Verwahrung von Wertsachen.

Vorbereitet sein hilft

Für Familien kann es sinnvoll sein, ein gemeinsames Kennwort zu vereinbaren, das bei einem unerwarteten Anruf abgefragt wird. Auch ein zurückhaltender Umgang mit persönlichen Daten kann Betrügern die Arbeit erschweren. Wer bereits Geld oder Wertsachen übergeben hat, sollte dennoch sofort die Polizei informieren.

Weitere Hinweise und Materialien zum Schutz vor Schockanrufen stellt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes bereit.