
(Geg – 07.04.26) Vom Sachsenring bis zur Kunstblume: Vier sächsische Kulturformen für Bundesliste
Dresden/Delitzsch. Sachsen hat vier Kandidaten für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ins Rennen geschickt. Die Auswahl umfasst eine bunte Mischung aus Tradition und Moderne, wie das Kulturministerium in Dresden bekannt gab. Neben dem Handwerk stehen hier auch lebendige Fankultur und urbane Bewegungen im Fokus.
Die nominierten Kulturformen sind die Fankultur am Sachsenring, die traditionelle Porzellanherstellung in Meißen, die Parkour-Bewegung und die Sebnitzer Kunstblumenproduktion. Alle vier waren bereits Teil der Sächsischen Landesliste des Immateriellen Kulturerbes.
Barbara Klepsch, die sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, betonte die Bedeutung des Immateriellen Kulturerbes als tief verwurzelten Bestandteil der Regionen. „Es lebt vom Engagement der Menschen vor Ort, die Traditionen bewahren und weiterentwickeln“, so Klepsch.
Die Schaumanufaktur Deutsche Kunstblume in Sebnitz bewirbt die fast zweihundertjährige Tradition der Kunstblumenproduktion. Das Unternehmen sichert nicht nur das handwerkliche Wissen, sondern bildet auch Fachkräfte aus und präsentiert die Geschichte der Kunstblumen in den Städtischen Sammlungen. Auch Veranstaltungen wie „Sebnitz tanzt“ tragen zur lebendigen Bewahrung der Tradition bei.
Die Meißen Porzellan-Stiftung GmbH hat den Antrag für die Manufakturelle Porzellanherstellungsprozess erarbeitet. Seit über 300 Jahren verbindet das sächsische Porzellan Handwerk und Innovation. Das Wissen wird bis heute mündlich und praktisch weitergegeben und bildet die Grundlage für die Ausbildung von Fachkräften.
Die Fankultur am Sachsenring, eingereicht vom Sachsenring Event GmbH/Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e. V., spiegelt die Identität der Region Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz wider. Aus einer fast 100-jährigen Renngeschichte hat sich ein interkulturelles Festival entwickelt.
Den jüngsten Beitrag leistet die Parkour-Bewegung, die sich seit den 2000er Jahren in Deutschland etabliert hat. Der ParkourONE e.V. Dresden und der Deutsche Parkourverband e.V. betonen den wertebasierten Charakter der Bewegung, die Respekt, Achtsamkeit und Gemeinschaft fördert.
Über die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis entscheidet die Kulturministerkonferenz im Frühjahr 2027, nachdem ein unabhängiges Expertengremium die Vorschläge bewertet hat.
Neben den vier Nominierten umfasst die Sächsische Landesliste nun insgesamt 21 Einträge. Dazu gehören auch die drahtgebundene Telefonie, die Zucht der Buckfastbiene – ein Konzept, das seinen Ursprung in der Klosterimkerei der Buckfast Abbey in England hat und heute ein europaweites Netzwerk von über 3.500 Imkern verbindet – sowie die Herstellung und Spiel der deutschen Posaune, die in Leipzig und im sächsischen Vogtland entwickelt wurde.
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