(Wan – 02.12.25)

Sachsen muss als Forschungs- und Produktionsstandort attraktiv bleiben
Dresden/Leipzig/Zwickau/Radeberg – Die Herstellung von Arzneimitteln hat in Sachsen eine lange Tradition. Aktuell werden in Sachsen noch immer Medikamente produziert, die für die Patientenversorgung unverzichtbar sind – von Grippeimpfstoffen aus dem Dresdener Serumwerk über Tabletten und Kapseln aus Zwickau bis hin zu Cremes und Salben aus Leipzig. Besonders relevant sind auch die in Leipzig und im nukliD-Cluster im Raum Radeberg entwickelten und gefertigten, hochinnovativen Arzneimittel zur Tumortherapie.
Herausforderungen für die Branche
Die einheimischen Pharmaunternehmen stehen jedoch vor erheblichen Herausforderungen. Um die Lage zu analysieren und Lösungsansätze zu finden, trifft sich das Sozialministerium regelmäßig mit Unternehmensvertretern und Branchenverbänden. Im Rahmen des 6. Branchendialogs suchte das Ministerium erneut das Gespräch mit den Akteuren.
Staatsministerin Köpping betont Bedeutung der Rahmenbedingungen
Staatsministerin Petra Köpping betonte die Notwendigkeit, gute Rahmenbedingungen für Arzneimittelhersteller in Sachsen zu schaffen. Sie hob die Bedeutung von Forschung, Entwicklung und Produktion für die Gesundheit der Bevölkerung hervor. Die Lebenserwartung in Sachsen sei in den letzten 30 Jahren um etwa sieben Jahre gestiegen, was auch auf neue Medikamente zurückzuführen sei. Um diesen Trend fortzusetzen, bedarf es weiterhin neuer Ideen zur Behandlung bisher schwer oder unheilbarer Erkrankungen.
Versorgungssicherheit als zentrales Ziel
Die Ministerin unterstrich, dass eine Sicherstellung der Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln ein zentrales Ziel sei. Dazu sei es notwendig, große Teile der Produktion, insbesondere kritischer Arzneimittel, nach Europa zurückzuholen. Dies könne nur durch attraktive Angebote und ein forschungsfreundliches Umfeld gelingen. Sachsen verfüge über Vorteile wie eine funktionierende Infrastruktur, gut ausgebildete Mitarbeiter sowie schlanke und schnell arbeitende Genehmigungsbehörden.
Gemeinsame Schlussfolgerungen und weitere Schritte
Die Teilnehmer des Branchendialogs waren sich hinsichtlich der Herausforderungen einig und wiesen auf mögliche Folgen für den Produktionsstandort sowie die Versorgung der Bevölkerung hin. Die Pharmaindustrie begrüßte die Schlussfolgerungen der Staatsregierung und betonte die Notwendigkeit einer Überarbeitung überbordender bürokratischer Regelungen und einer Reduzierung der Kostenbelastung. Die Staatsregierung setzt sich beispielsweise für eine Überarbeitung der Kommunalabwasserrichtlinie der EU ein. Die gute Zusammenarbeit mit der sächsischen Überwachungsbehörde – der Landesdirektion – wurde ebenfalls positiv hervorgehoben, da diese spürbar im Interesse der Produktionssicherheit handele, ohne dabei den Patientenschutz zu vernachlässigen.
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