Lober-Cup in Delitzsch: Glesien siegt nach einem Finale auf Augenhöhe

Delitzsch. Mit dem ersten Anpfiff um 9.45 Uhr begann am Sonntag, 23. August 2026, in der Mehrzweckhalle ein Turniertag, der den fünf Mannschaften kaum Gelegenheit zum Durchatmen ließ. Zehn Spiele standen beim Lober-Cup der weiblichen C-Jugend auf dem Plan, jedes Team musste viermal aufs Feld. Den Auftakt bestritten BSG Aktivist Gräfenhainichen und HV Glesien; am Ende desselben Tages sollte Glesien auch das entscheidende letzte Spiel gewinnen.

Die Anzeigetafel zeigt beim Eröffnungsspiel des Lober-Cups kurz vor der Halbzeit einen Spielstand von 2:6.
Halbzeit im Eröffnungsspiel BSG Aktiviist Gräfenhainichen gegen HV Glesion.

Zehn Spiele in knapp sechs Stunden

Der NHV Concordia Delitzsch hatte den Ablauf eng und klar getaktet: vom Eröffnungsspiel bis zur Siegerehrung lagen gut sechs Stunden. Fünf Teams aus Sachsen und Sachsen-Anhalt spielten im Modus jeder gegen jeden. Damit war jede Partie Teil der Gesamtwertung,

Die Gastgeberinnen nehmen mehr als Ergebnisse mit

Für die weibliche C-Jugend des NHV war das Heimturnier zugleich der Saisonauftakt. Trainerin Susi und Mannschaftsbetreuer Chris erklärten nach den Spielen, dass zwei Gruppen erst zu einer Mannschaft zusammenwachsen müssen. Dafür brauche es neben Taktik vor allem Teamfähigkeit und Vertrauen. „Zum Reinkommen ist das Turnier optimal gewesen“, sagte Susi.

Die Delitzscherinnen verloren ihre ersten beiden Partien gegen Kühnau und Glesien, erarbeiteten sich dann aber ein 13:8 gegen Gräfenhainichen. Im letzten Spiel gegen Eilenburg fehlte beim 7:8 nur ein Tor. Gerade diese Entwicklung machte sichtbar, was ein Vorbereitungsturnier leisten kann: Fehler werden nicht verdeckt, Fortschritte aber ebenso wenig.

Ein Turnier, das sportlich ernst genommen wurde

Der freundschaftliche Rahmen bedeutete keineswegs Schonbetrieb. Die Abwehrreihen packten zu, die Torhüterinnen wurden aus kurzer Distanz geprüft, und nach Ballverlusten ging es schnell zurück in die eigene Hälfte. Trotz der Intensität blieb der Umgang fair. Susi und Chris hoben die Fairness der Gastmannschaften hervor; auch Glesiens Trainer André Flor bedankte sich ausdrücklich beim NHV für die Ausrichtung.

Dass die zehn Begegnungen vom frühen Vormittag bis zur Siegerehrung verlässlich ineinandergriffen, war die Leistung des Organisationsteams. Spielplan, Zeitnahme, Schiedsrichter, Mannschaften und die abschließende Ehrung mussten über Stunden zusammenpassen. Die größte Würdigung kam dabei von den Teams selbst: Sie spielten konzentriert, blieben auch in engen Phasen fair und machten aus dem Vorbereitungstag einen echten sportlichen Wettbewerb den die Zuschauer genossen.

Spielerinnen der SG Kühnau und des HV Glesien im entscheidenden letzten Spiel des Lober-Cups; im Vordergrund steht ein Tisch mit Pokalen.
Kühnau im letzten Angriff des entscheidenden Spiels; im Vordergrund warteten bereits die Pokale.

Aus 10:8 wird 11:11

Vor der letzten Begegnung waren HV Glesien und SG Kühnau noch ohne Niederlage. Das planmäßig letzte Spiel wurde damit zum Endspiel um den Turniersieg. Sechs Minuten vor Schluss führte Glesien 10:8. Kühnau nahm die Herausforderung an, kämpfte sich nach einer Auszeit zurück und stellte drei Minuten vor dem Ende auf 11:11.

Für Kühnau war diese Aufholjagd besonders bemerkenswert: Die Mannschaft war nach Aussage ihres Trainers erst seit einer Woche wieder im Training. Eine ihrer Leistungsträgerinnen verletzte sich im Laufe des Turniers und konnte im entscheidenden letzten Spiel nicht mehr eingesetzt werden. „Wir haben gekämpft bis zum Schluss, und da bin ich extrem stolz auf meine Mädels“, sagte er nach dem Spiel.

Glesien fand in den letzten Minuten noch einmal Mut und Ruhe. Trainer André Flor beschrieb es als entscheidend, beim Gleichstand nicht den Kopf hängen zu lassen, sondern weiter um jeden Ball zu kämpfen. Zwei späte Tore belohnten diesen Willen: Der HV gewann 13:11 und damit den Lober-Cup.

Fünf Mannschaften werden gemeinsam geehrt

Bei der Siegerehrung stand der HV Glesien auf Platz eins, gefolgt von der SG Kühnau und dem VfB Eilenburg. BSG Aktivist Gräfenhainichen wurde Vierter, der NHV Concordia Delitzsch Fünfter. Zusätzlich zeichnete das Organisationsteam drei Spielerinnen für ihre besonderen Leistungen aus: Neele Liebert wurde als beste Abwehrspielerin geehrt, Clara M. von der SG Kühnau als beste Spielerin und Sophia N. von BSG Aktivist Gräfenhainichen als beste Torhüterin.

Vor allem aber wurden an diesem Nachmittag fünf Mannschaften sichtbar, die nach der Sommerpause bereit waren, wieder Verantwortung füreinander zu übernehmen: auszuhelfen, nach Rückständen weiterzulaufen und nach dem Abpfiff den Gegnerinnen fair zu begegnen. Der Lober-Cup gab ihnen dafür eine anspruchsvolle Bühne – und das Organisationsteam einen Turniertag, der sportlich bis zur letzten Minute trug.

Hinweis an die Eltern der geehrten Spielerinnen: Bei minderjährigen Spielerinnen nennt Delitzsch.News grundsätzlich nur den Vornamen und den ersten Buchstaben des Nachnamens, sofern keine Zustimmung zur vollständigen Namensnennung vorliegt. Eltern können sich gern bei der Redaktion melden, wenn sie mit der Veröffentlichung des vollständigen Namens ihres Kindes einverstanden sind. Gerne nehmen wir die Namen Ihrer Kinder noch vollständig in den Artikel auf wenn Sie das wünschen

ZeitBegegnungErgebnis
9.45 UhrBSG Aktivist Gräfenhainichen – HV Glesien5:10
10.20 UhrNHV Concordia Delitzsch – SG Kühnau5:13
10.55 UhrVfB Eilenburg – BSG Aktivist Gräfenhainichen10:12
11.30 UhrHV Glesien – NHV Concordia Delitzsch7:4
12.05 UhrSG Kühnau – VfB Eilenburg13:12
12.40 UhrBSG Aktivist Gräfenhainichen – NHV Concordia Delitzsch8:13
13.15 UhrHV Glesien – VfB Eilenburg13:9
13.50 UhrSG Kühnau – BSG Aktivist Gräfenhainichen20:5
14.25 UhrVfB Eilenburg – NHV Concordia Delitzsch8:7
15.00 UhrHV Glesien – SG Kühnau13:11

Der Lober-Cup in Bildern

Der NHV Concordia Delitzsch bedankt sich herzlich bei den Sponsoren des Lober-Cups: Das Team der Deutschen Vermögensberatung um Monique Kistler und Tobias Eckstein stiftete die Preise und hat dem Verein auch für die Zukunft Unterstützung zugesagt. Kaufland Delitzsch stellte den Großteil der Lebensmittel bereit, REWE Delitzsch die Getränke.