Kriminalität Leipzig sinkt 2025

Wanninger


Symbolbild
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(Wan – 01.04.26) Die Polizeidirektion Leipzig ist für die Sicherheit von über einer Million Menschen in Leipzig, den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen zuständig. Im Jahr 2025 verzeichneten die Beamten insgesamt 218.000 Einsätze bei einem stabilen Notrufaufkommen von 147.000 Anrufen. Trotz dieser hohen Einsatzbelastung sank die Anzahl der registrierten Straftaten erneut.

Polizeipräsident René Demmler betonte, dass die Kriminalität in Leipzig und den umliegenden Landkreisen im Vergleich der letzten zehn Jahre auf einem niedrigen Niveau liegt. Er wies jedoch darauf hin, dass die steigenden Einsatzzahlen und das Wachstum der Region eine Herausforderung darstellen. Die Polizei müsse sich an die veränderten Bedingungen anpassen und Lösungen zur Bekämpfung der Kriminalität finden, obwohl die Personalstärke gleich geblieben ist.

Neben den über 91.000 Straftaten beschäftigten die Polizei auch rund 24.000 Verkehrsunfälle sowie zahlreiche Einsätze im Zusammenhang mit über 1.300 Versammlungen und Fußballspielen.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 91.329 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 4,34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Aufklärungsquote stieg um 1,5 Prozentpunkte auf 54,2 Prozent. Insgesamt wurden 29.764 Tatverdächtige ermittelt und 49.540 Fälle aufgeklärt.

In Leipzig wurden 65.602 Straftaten registriert, ein Rückgang von 3.386 Fällen (4,9 %). Im Landkreis Leipzig sank die Zahl der Straftaten um 360 auf 13.126 Fälle (Veränderung: -2,7 %). Im Landkreis Nordsachsen wurden 12.601 Straftaten registriert, 402 Fälle weniger als 2024.

Die Gewaltkriminalität, zu der gefährliche und schwere Körperverletzungen, Raubdelikte, Vergewaltigungen sowie Mord und Totschlag gehören, liegt weiterhin auf einem hohen Niveau, zeigte aber 2025 eine rückläufige Tendenz. So wurden 646 Raubstraftaten registriert, 52 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der gefährlichen oder schweren Körperverletzungen sank auf 2479 Fälle (minus 213). Im Gegenzug stiegen die Zahlen der Vergewaltigungen auf 141 Fälle (2024: 126) und es wurden 28 vorsätzliche Tötungsdelikte verzeichnet. Die Ermittler schlossen sechs Mordermittlungen und 22 Ermittlungen wegen Totschlags ab.

Insgesamt sank die Zahl der Gewaltkriminalität um 6,6 Prozent auf 3.302 Delikte (2024: 3.537 Delikte).

Die Anzahl der einfachen Körperverletzungen ging ebenfalls zurück (2025: 5629, -291 Fälle) ebenso wie die Zahl der Bedrohungen und Nötigungen.

Bei der Eigentumskriminalität, die 39 Prozent aller registrierten Straftaten ausmacht, gab es ebenfalls Rückgänge. So sanken einfache Diebstähle um 484 Fälle auf 17.688. Besonders deutlich war der Rückgang bei Diebstählen unter erschwerenden Umständen, mit 17.976 Straftaten und einem Minus von 3.003 Fällen im Vergleich zu 2024.

Die Zahlen der Einbrüche in Kraftfahrzeuge und Fahrraddiebstähle gingen ebenfalls zurück. 6.661 Fahrräder wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig gestohlen (2024: 8.200). Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg leicht auf 952 Fälle. Ladendiebstähle verzeichneten die Beamten hingegen häufiger, insbesondere im Leipziger Zentrum und im Stadtteil Seehausen.

Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität registrierte die Polizei 2025 2.498 Verstöße, weniger als im Vorjahr (3.123). Die Einführung des Konsumcannabisgesetzes hat die Kontrollergebnisse verändert. Die Zahl der Cannabis-bezogenen Fälle sank auf 433 (2024: 1.147 Fälle).

Insgesamt elf Menschen starben 2025 infolge des Drogenkonsums, die meisten in Leipzig. Diese Zahl liegt jedoch auf dem Niveau der vergangenen Jahre.

Die Polizei unterscheidet zwischen Kindern (unter 14 Jahre), Jugendlichen (14 bis unter 18 Jahre) und Heranwachsenden (18 bis unter 21 Jahre) sowie Erwachsenen. Unter den insgesamt 29.764 Tatverdächtigen befanden sich 1.297 Kinder (-12,5 Prozent), 2.444 Jugendliche (-11,00 Prozent) und 2.013 Heranwachsende (-16,5 Prozent).

Polizeipräsident Demmler betonte, dass Kinder und Jugendliche in Leipzig eine besondere Herausforderung darstellen. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe bearbeitete rund 200 Verfahren, die einer kleinen Anzahl junger Tatverdächtiger zugeordnet werden konnten. Die gute Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft und Jugendamt zeigte Wirkung. Dennoch sind rund ein Fünftel aller ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt, was gesamtgesellschaftliche Lösungen erfordert.

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