(Wan – 24.02.26)

GFMK-Frühjahrstagung in Leipzig gestartet – Fokus auf Frauenarmut
Leipzig. Die 36. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister (GFMK) hat am 25. und 26. Februar in Leipzig ihre Frühjahrstagung eröffnet. Sachsen, vertreten durch Gleichstellungsministerin Köpping, hat in diesem Jahr den Vorsitz der GFMK übernommen. Die Zusammenkunft stellt das erste Treffen der Ländervertreter unter sächsischer Leitung im Rahmen der diesjährigen Konferenz dar. Insgesamt nehmen rund 50 Teilnehmende an der Tagung teil.
Leitantrag thematisiert Ressourcengerechtigkeit
Im Zentrum der diesjährigen Gespräche steht der Leitantrag der GFMK: »Gleichwertige Teilhabe durch Ressourcengerechtigkeit – Frauenarmut ganzheitlich verstehen und wirksam begegnen«. Ministerin Köpping betonte, dass Armut nicht ausschließlich als finanzielle Notlage zu betrachten sei. Vielmehr seien eingeschränkte Chancen, Zeitmangel und begrenzte Teilhabemöglichkeiten entscheidende Faktoren. Frauenarmut sei Ausdruck struktureller Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt, bei der Verteilung unbezahlter Sorgearbeit sowie beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Wohnraum. Besonders betroffen seien Alleinerziehende, Frauen in Teilzeit- oder Minijobbeschäftigung, pflegende Angehörige, ältere Frauen und Frauen mit Migrationshintergrund.
Fachliche Auseinandersetzung zu zentralen Themen
Die Abteilungs- und Stabsstellenleiterinnen und -leiter der Ministerien der Länder werden im Rahmen der Tagung fachlich zu Kernthemen wie der wirtschaftlichen Eigenständigkeit von Frauen, zentralen Umsetzungsfragen im Kontext von Prävention, Rechtspraxis sowie der Versorgung bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt beraten. Ministerin Köpping unterstrich die Bedeutung der gleichwertigen gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen als zentrale Frage von Gerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft.
Ganzheitlicher Ansatz gegen strukturelle Benachteiligung
Im Fokus steht die Frage, wie Frauen über den gesamten Lebensverlauf besser abgesichert und ihre gleichwertigen Teilhabechancen gestärkt werden können. Die GFMK versteht Frauenarmut als Ergebnis ungleicher Ressourcenverteilung und struktureller Benachteiligung und will im Rahmen der Tagung gemeinsam Lösungsansätze entwickeln.
Hintergrund zur GFMK
Die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister der Länder (GFMK) ist das zentrale Gremium zur Abstimmung einer gemeinsamen Gleichstellungs- und Frauenpolitik. Seit ihrer Gründung 1991 verfolgt die GFMK das Ziel, die Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen zu fördern. Der Vorsitz wechselt jährlich zwischen den Ländern. Die nächste Hauptkonferenz findet am 18. und 19. Juni 2026 in Dresden statt.
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