Sechs Jahre Jugendparlament: Florian Herrmann blickt auf seine Zeit zurück

Als Florian Herrmann 2021 seinen ersten Antrag für das Delitzscher Jugendparlament mitverfasste, war die Aufregung groß: Ein Anliegen in den Stadtrat zu geben und die Abstimmung zu verfolgen, machte für ihn greifbar, dass Jugendbeteiligung mehr sein kann als ein Planspiel. Sechs Jahre gehört er dem Gremium inzwischen an. Mit der laufenden Wahl endet nach seinen Angaben seine letzte Legislaturperiode.

Ideen aus der Stadt aufnehmen

Das Jugendparlament versteht Herrmann als Sprachrohr für junge Menschen in Delitzsch: Ideen und Probleme aus deren Alltag sollen aufgenommen, weitergegeben oder gemeinsam bearbeitet werden. Zu den Projekten, an die er sich besonders erinnert, zählt eine Tischtennisplatte in Brodau. Die Anfrage sei damals aus der Jugend gekommen; das Parlament habe sich dafür eingesetzt und die Umsetzung mit dem Stadtrat begleitet.

Florian Herrmann vom Jugendparlament vor dem Delitzscher Rathaus auf dem Markt.
Florian Herrmann vom Jugendparlament vor dem Delitzscher Rathaus. Foto: Redaktion

Daneben nennt Herrmann Gespräche an Schulen sowie Podiumsdiskussionen vor der Bundestags- und der Oberbürgermeisterwahl. Bei diesen Veranstaltungen stellte das Jugendparlament Kandidatinnen und Kandidaten auf einer Bühne Fragen. Für ihn gehörte gerade dieser direkte Austausch zu den Aufgaben des Gremiums.

Vom Antrag bis zur Abstimmung

Die Arbeit bringe allerdings auch viel formalen Aufwand mit sich, sagt Herrmann. Anträge müssten ausformuliert, teils mehrfach eingereicht und dokumentiert werden. Auch die Organisation einer Wahl sei mit Abstimmungen und Genehmigungsfragen verbunden – etwa bei der Plakatierung. Diese Hürden gehörten zur politischen Arbeit dazu.

Engagement für das Elberitzbad

Als besonders schönen Moment seiner Zeit im Jugendparlament beschreibt Herrmann die Eröffnung des neuen Elberitzbades. Er habe sich innerhalb des Gremiums für den heutigen Standort eingesetzt und sich mit Kosten- und Finanzierungsfragen beschäftigt. In der Standortdebatte sei das Jugendparlament nach seiner Erinnerung geteilt gewesen; als Alternative stand die Sachsenstraße im Raum.

Für den Standort am Elberitzbad habe aus seiner Sicht neben den geringeren Kosten gesprochen, dass er vielen Menschen bereits vertraut sei. Zur Eröffnung gestaltete das Jugendparlament zudem ein Sommerfest mit Volleyballturnier mit. Dass ein solches Vorhaben über mehrere Jahre bis zur Eröffnung begleitet werden könne, sei für ihn ein sichtbares Ergebnis der eigenen Arbeit.

Letzte Legislaturperiode

Herrmann hätte nach eigenen Worten gern erneut kandidiert. Aufgrund einer Änderung durch den Stadtrat sei das für ihn jedoch nicht mehr möglich. Denjenigen, die künftig im Jugendparlament mitarbeiten, gibt er vor allem Bereitschaft zur Mitarbeit mit: Sie sei ein grundlegender Baustein, damit aus Anliegen konkrete Anträge und Projekte werden können.