DNB Leipzig: Ablehnung des Erweiterungsbaus sorgt für Kritik

Wan



Symbolbild

(Wan – 17.03.26) Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig sieht sich mit der Notwendigkeit eines Erweiterungsbaus konfrontiert. Die Einrichtung, 1912 als Deutsche Bücherei im Verlagsumfeld der Stadt gegründet, hat den Auftrag, das gesamte nationale Schrifttum sowie deutschsprachige Veröffentlichungen aus dem Ausland zu sammeln, dauerhaft zu archivieren und zugänglich zu machen. Das aktuelle Gesetz über die DNB schreibt die Archivierung sämtlicher in Deutschland erscheinender Druckwerke in zweifacher Ausführung vor.

Planungsprozess und Ablehnung

Aufgrund des weiterhin hohen Volumens an gedruckten Publikationen in Deutschland ist ein neuer, klimastabilisierter Magazinbau erforderlich, um dem gesetzlichen Auftrag nachzukommen. Der seit 2018 in Abstimmung mit den zuständigen Behörden geplante Erweiterungsbau für den Leipziger Standort wurde jedoch vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, abgelehnt. Begründet wurde die Ablehnung mit der Argumentation, die Sammlung gedruckter Werke sei nicht mehr zeitgemäß und die DNB solle sich stattdessen stärker auf digitale Inhalte konzentrieren.

Positionierung von Kulturministerium und Bibliotheksverband

Diese Argumentation wird von der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, kritisch gesehen. Sie betont, die Digitalisierung und das gedruckte Buch seien nicht gegeneinander auszuspielen. Beide Formate seien notwendig, um das kulturelle Erbe Deutschlands nachhaltig zu sichern. Der Erweiterungsbau sei dafür unerlässlich.

Lars Rohwer, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband, unterstreicht die Bedeutung der DNB als „nationales Gedächtnis“. Die Einrichtung fördere Informations- und Meinungsfreiheit und stärke damit zentrale Werte der demokratischen Gesellschaft. Für die Wahrnehmung dieser Aufgabe seien entsprechende Rahmenbedingungen und politische Unterstützung erforderlich. Der geplante Erweiterungsbau, der auch einen integrierten Datenspeicher umfasse, stelle eine zukunftsweisende Investition in den Gründungsstandort der DNB dar.

Der Bibliotheksverband Sachsen vertritt die Interessen von über 390 Öffentlichen und 43 wissenschaftlichen Bibliotheken im Freistaat Sachsen und ist damit der viertgrößte Landesverband im Deutschen Bibliotheksverband e.V.

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