Ermittlungen gegen Steuerhinterziehung und Kettenbetrug in der Bauwirtschaft

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Ermittlungen gegen Steuerhinterziehung und Kettenbetrug in der Bauwirtschaft
Ermittlungen gegen Steuerhinterziehung und Kettenbetrug in der Bauwirtschaft

(Atz – 17.04.26) Am 9. März 2026 führten über 160 Zollemtbeamte des Hauptzollamtes Erfurt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mühlhausen Durchsuchungen in 16 Wohn- und Geschäftsräumen durch. Die Maßnahmen fanden in den Bundesländern Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Berlin, Bremen und Hamburg statt.

Ermittlungen gegen Beschuldigte aus Weimar

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 36-jähriger Mann aus Weimar. Ihm werden Steuerhinterziehung sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Sozialversicherungsbeiträgen vorgeworfen. Zudem besteht der Verdacht auf Betrug zu Lasten der Sozialkasse der Bauwirtschaft. Gegen 21 weitere Personen im Alter zwischen 26 und 67 Jahren wird wegen des Verdachts der Beihilfe zu diesen Delikten ermittelt.

Die Vorwürfe umfassen die Ausführung von Bauleistungen im Rahmen von Schwarzarbeit. Dabei sollen Arbeitnehmer entweder nicht oder mit einem zu geringen Bruttolohn zur Sozialversicherung angemeldet worden sein, wodurch auch die Lohnsteuer nicht oder unzureichend gezahlt wurde. Zur Verschleierung sollen beteiligte Firmen den Austausch von Scheinrechnungen genutzt haben. Der entstandene Schaden wird auf über 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Im Zuge der Durchsuchungen wurden Computer und Smartphones als Beweismittel sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

Hintergrund zum Kettenbetrug

Die Ermittlungen befassen sich unter anderem mit komplexen Formen der illegalen Beschäftigung, wie dem Kettenbetrug. Dieser ist durch den An- und Verkauf von unrichtigen Belegen und Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen gegen eine Provision gekennzeichnet. Ziel ist die Schaffung eines Schwarzgeldkreislaufs zur Einsparung von Steuern und Sozialabgaben. Dabei werden Arbeitnehmer meist unzureichend zur Sozialversicherung angemeldet und durch Schwarzgeldzahlungen entlohnt.

Bildquelle: Pixabay