Apothekenkontrolle Sachsen: Ehrenamtliche Pharmazieräte sichern Arzneimittelversorgung

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Symbolbild
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(Atz – 25.03.26) Im Auftrag der Landesdirektion Sachsen (LDS) führt Dr. Dima Kuzmenka heute, dem 25. März 2026, eine Apothekenkontrolle im Nordosten Leipzigs durch. Er ist einer von derzeit 26 ehrenamtlich tätigen Pharmazieräten, die im Turnus von zwei bis vier Jahren Apotheken in Sachsen prüfen. Im Freistaat gibt es rund 900 Apotheken.

Im Jahr 2025 führten die ehrenamtlichen Pharmazieräte 90 Prozent der insgesamt 295 Inspektionen durch, während die restlichen Kontrollen von der LDS übernommen wurden.

Der Präsident der LDS, Béla Bélafi, betonte im Rahmen einer gemeinsamen Apotheken-Inspektion die Bedeutung der ehrenamtlichen Pharmazieräte für die sächsische Apothekenlandschaft und deren Beitrag zu einer sicheren Arzneimittelversorgung. Er dankte ihnen für ihre Arbeit und hob hervor, dass sächsische Apotheken trotz vieler Herausforderungen die hohen Anforderungen mit Bravour meistern und Tag und Nacht für die Qualität der benötigten Medikamente wachen.

Lokale Apotheken erfüllen vielfältige Aufgaben, darunter die Beratung zu Wirkstoffen, Dosierungen und Wechselwirkungen, die Versorgung von Seniorenheimen mit Arzneimitteln, die Portionierung und Verpackung von Medikamenten, das Angebot von Schutzimpfungen sowie die Durchführung von Botendiensten und Medikamentenabholungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Insbesondere in ländlichen Regionen oder dringenden Fällen stellen sie oft den einzigen Sofortversorger dar.

Apotheker kontrollieren den eigenen Berufsstand
Die Pharmazieräte bringen durch ihre Berufstätigkeit Praxiserfahrung und Fachkompetenz in die Inspektionstätigkeit ein, was zur Effektivität der Apothekenüberwachung beiträgt. Sie überprüfen nicht nur, sondern treten auch mit ihren Kolleginnen und Kollegen in einen Erfahrungsaustausch.

Die sachverständigen Apotheker kontrollieren die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften in Bezug auf Lagerung, Dokumentation, Herstellung sowie den Umgang mit Arznei- und Betäubungsmitteln. Auch die Räumlichkeiten, Ausstattungen und der Einsatz des Fachpersonals werden geprüft.

Apotheken helfen bei Lieferkrisen
Dr. Dima Kuzmenka, ein Freiberger Pharmazierat, beschrieb seine Aufgabe und betonte, dass die Apotheke vor Ort weit mehr als eine Ausgabestelle für Medikamente sei. Sie spiele eine zentrale Rolle bei der individuellen Versorgung, insbesondere durch die eigene Arzneimittelherstellung, die es ermöglicht, auch bei Lieferengpässen schnell zu reagieren. Die Qualität, Sicherheit und Unbedenklichkeit dieser patientenindividuellen Arzneimittel werden im Rahmen der Apotheken-Inspektionen regelmäßig überprüft.

In Apothekenlabors werden in kurzer Zeit eine Vielzahl von Medikamenten wie Lösungen, Emulsionen, Suspensionen, Salben, Cremes, Gele, Pasten, Kapseln, Pulver und Zäpfchen in zum Teil individuellen Dosierungen hergestellt. Während der Corona-Pandemie waren es vorwiegend Desinfektionsmittel, im Jahr 2023 aufgrund eines Lieferengpasses antibiotikahaltige Säfte für Kinder.

Bildquelle: Pixabay